Jette Slangerod

raumbezogene bildobjekte

invasion-1.jpg
vor

"Despersion" Acryl auf Nessel 244 x 215 cm

„Invasion“ ist eine Bildreihe, die eine stille Form von Übergriffen beschreibt.

Übergriffe, die mehr oder weniger offen vor sich gehen.

Bei Invasion denken wir an große historische, dokumentierte Geschehen.

Bei Invasion denken wir an Männer in Uniform, an Paraden, an Diktatoren.

Aber was ist mit den kleinen Übergriffen zuhause, in den Kinderzimmern, in Schlafzimmern, Wohnzimmern, auf den Schulwegen, im Büro, am Arbeitsplatz.

Im Cafe´, auf der Traumreise. Überall, wo Machtspiele gespielt werden, mehr oder weniger heimlich.



Die Bilder beschreiben eine stille Invasion.

Die hochgeladenen Mienenfelder in der häuslichen Atmosphäre - die versteckte Gewalt, die die Tapeten hoch und runter kriecht, aus den Ecken der Wohnungen wächst.



Formell untersuche ich das Ausdrucksverhalten freier Farbformen.

Indem ich von einer rechteckigen Bildfläche absehe und die malerischen Flächen in freien Umrissen gestalte, wird die physische und psychische Wirkung von Farbformen zum Thema.

Ich suche organische Formgestalten, deren Grenzen im lebendigen Austausch mit ihrem Farbausdruck und ihrer Oberflächenstruktur fließen.

Gleichzeitig wird der Raum mit einbezogen durch die Art und Weise, wie die Bilder auf die Wände plaziert sind.

Die Bilder können nicht irgendwo hängen - jedes von ihnen nimmt Bezug auf zu Eckpunkten, zur Decke oder zum Boden, abhängig von ihrem „Durchbruchsort“, ihrer Grenzüberschreitungsstelle.



Die bildnerischen Formen machen erfassbare Aussagen über Qualitäten, Abgründe, Verletzbarkeiten, die in jedem von uns sind und von jedem von uns erfasst werden können, weil sie eine allgemeine Wahrheit inne haben.

Es setzt nur die Bereitschaft des Betrachters voraus, sich auf seine Wahrnehmung zu verlassen.